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Palma de Mallorca, 05-09-11
Mallorcas geheime Plätze: Valldemossa, wie es kaum einer kennt
Valldemossa, die Kartause, Frédéric Chopin und George Sand, kopfsteingepflasterte Dorfromantik, Touristenrummel. Kennen Sie, alles schon gesehen? Aber bestimmt kennen Sie nicht das andere Valldemossa, seine ruhige, beschauliche Seite, Kultur abseits von Ein Winter auf Mallorca und Regentropfen-Prélude. Lassen Sie es sich von uns zeigen, es lohnt sich!
Natürlich ist das idyllische Bergdorf Valldemossa ein Anlaufpunkt für kulturell interessierte Besucher Mallorcas, allein schon wegen der Tatsache, dass der polnische Komponist Frédéric Chopin und seine Lebensgefährtin George Sand hier den Winter 1838 verbrachten. Chopin komponierte in der kühlen Zelle des Klosters aus dem 13. Jahrhundert zahlreiche Werke – viele davon kann man jedes Jahr im August beim hervorragenden Chopin-Musikfestival in eben dieser Kartause hören (www.festivalchopin.com)- und Sand schrieb das polemische Werk „Ein Winter auf Mallorca“, ein Knaller in Sachen Tourismuswerbung für Mallorca, der sich noch heute verkauft.
Auf den Spuren dieses berühmten Paares kommen täglich hunderte von Touristen in das berühmte Bergdorf und genieβen die Idylle des romantischen Ortes. Und dennoch birgt Valldemossa einige Geheimnisse, oder besser Geheimtipps, an denen die meisten Besucher ahnungslos vorübergehen.
Stiftung Coll Bardolet
Wie kein anderer fing der Maler Josep Coll Bardolet die lebensfrohen Bewegungen und kräftigen Farben des mallorquinischen Volkstanzes ein. Der katalanische Maler (1912-2007), der wegen des spanischen Bürgerkrieges ins Exil nach Frankreich und Belgien ging, lieβ sich in den 40er Jahren mit seiner Familie auf Mallorca, konkret in Valldemossa nieder, und prägte seitdem das mallorquinische Kunstschaffen mit. Im Jahr 2005 wurde ihm zu Ehren eine Kulturstiftung im Herzen Valldemossas geschaffen, die den Besuchern das Werk dieses Künstlers und damit gleichzeitig Details aus dem mallorquinischen Alltagsleben sowie die Vielfalt der Insellandschaft näher bringt.
Darüberhinaus können Besucher in der Stiftung ein wichtiges Stück Kultur live erleben: die mallorquinischen Volkstänze, die so oft von Coll Bardolet mit dem Pinsel eingefangen wurden, werden jeden Dienstag von April bis Oktober von der lokalen Volkstanz- und Musikgruppe El Parado de Valldemossa aufgeführt. Die Aufführung findet um 11, 12 und 13 Uhr im Innenhof der Stiftung statt.
Während das Erdgeschoss und der erste Stock der Stiftung dem Maler Coll Bardolet gewidmet sind, bietet das zweite Stockwerk Platz für wechselnde Ausstellungen lokaler Künstler, und das dritte Stockwerk ist abwechselnd Ausstellungsraum für Belange der Gemeinde und für eine eindrucksvolle Sammlung von Berber-Schmuck. Für weitere Informationen: http://fccollbardolet.org
Licht in der Pfarrkirche
Von den meisten Besuchern, die auf den Spuren Chopins ins Kartäuserkloster pilgern, kaum beachtet liegt neben dem Kloster die gotische Pfarrkirche von Valldemossa aus dem 13. Jahrhundert. Das bis vor wenigen Jahren wegen der vernagelten Fenster düstere Innere der Kirche erstrahlt in neuem Licht dank dreier Glasfenster, die der deutsche Künstler Nils Burwitz geschaffen hat. In seiner speziellen Wasserfarbentechnik gestaltete Burwitz die Rosette der Kirche, die das einfallende Licht in ein leuchtendes Farbenspektrum verwandelt.
Zwei weitere Glasfenster gestaltete Burwitz nach Entwürfen seines engen Freundes Josep Coll Bardolet. Die Fenster zeigen die Dorfheilige Santa Catalina Thomás und den Heiligen Bruno von Köln, Gründer des Kartäuserordens.
Nils Burwitz
Zwar ist Deià und nicht Valldemossa als das Künstlerdorf Mallorcas bekannt, doch kann man beim Spaziergang durch Valldemossas Gassen unvermittelt auf international bekannte Künstler wie Bruno Zupan oder eben Nils Burwitz stoβen. Burwitz lebt mit seiner Familie seit 35 Jahren in Valldemossa und ist eng in die Gemeinschaft des Ortes eingebunden, den er als seine Heimat gewählt hat. Seine Liebe zu Mallorca kommt in seinem Werk zum Ausdruck, das auf der ganzen Insel zu sehen sind, unter anderem in Form von Glasfenstern in zahlreichen Kirchen, unter anderem in der Kathedrale von Palma. Dem Gebirgszug der Serra de Tramuntana, der 2011 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden ist, hat Nils Burwitz zahlreiche Gemälde gewidmet, ein wahres Monument zu Ehren dieser Kulturlandschaft.
Umwelt und Nachhaltigkeit sind eng mit Burwitz’ Arbeit verbunden, er ist ein Künstler, der Verantwortung übernimmt. Sein derzeitiges Projekt sind Glasfenster mit eingebauten Solarzellen und LED-Leuchten. „Fit für die Zukunft“ ist das Motto dieses Projektes, bei dem Solarzellen im Glas die Sonnenenergie einfangen und einen elektronischen Kreislauf speisen, der kontinuierlich ein Farbenspektrum durchläuft.
Burwitz ist weit über Mallorca hinaus bekannt, seine Werke sind in privaten Sammlungen und Museen auf der ganzen Welt zu sehen, von der Kunsthalle Hamburg über das British Museum bis zum Museum Moderner Kunst in Tokio. Bis Anfang Oktober sind Werke von Nils Burwitz in der Ausstellung „Neue Realitäten. FotoGrafik von Warhol bis Havekost” im Kupferstichkabinett in Berlin zu sehen. Für weitere Informationen: www.burwitz-art.com
Miramar – Schau aufs Meer
Und noch ein Geheimtipp: das Anwesen Miramar zwischen Valldemossa und Deià, ein riesiges Gelände im Gebirge der Serra de Tramuntana, dessen Name die Schönheit seiner Lage ausdrückt: Miramar (Schau aufs Meer). Hier gründete der berühmte Philosoph, Missionar und Begründer der katalanischen Literatursprache im Jahr 1276 ein Kloster und eine Sprachschule, um orientalische Sprachen zu studieren. Hier sollten Missionare alles nötige lernen, um nach Nordafrika zu gehen und die Araber zum Christentum zu konvertieren.
Der österreichische Erzherzog Ludwig Salvator kaufte Miramar im Jahr 1872 und setzte alles daran, das Erbe Ramón Llulls auf dem Anwesen zu bewahren. Abgesehen von Originalelementen aus der Zeit des Philosophen (z.B. der Steinboden im Haus aus dem 13. Jahrhundert) bewahrte der Erzherzog aber auch andere architektonische Kleinode, lieβ zum Beispiel den kompletten Kreuzgang eines Klosters aus Palma nach Miramar versetzen, um ihm vor dem Abriss zu schützen.
Heute birgt Miramar wahre Kunstschätze aus der Zeit seiner beiden berühmten Besitzer, etwa die Kapelle mit wertvollen religiösen Figuren oder eine imposante Skulptur aus Carrara-Marmor von Antonio Tantardini zu Ehren des verunglückten Sekretärs von Ludwig Salvator. Dazu kommen einige der ersten Bücher, die je auf Mallorca gedruckt wurden, Kartenmaterial, oder eine original erhaltene Kajüte der Yacht Nixe II, mit der der Erzherzog den ganzen Mittelmeerraum bereiste.
Sehenswert sind auch die Gärten von Miramar, von wo es für Besucher, die gut zu Fuβ sind, einen schönen Abstieg zum Meer gibt. Miramar ist das ganze Jahr über (auβer sonntags) für Besucher geöffnet, im Sommer von 10 bis 17.45 Uhr, im Winter von 10 bis 16.45 Uhr, der Eintritt kostet 4 Euro. Für weitere Informationen: www.sonmarroig.com
Hotels in und um Valldemossa
Hotel Mirabo
Die ganze Pracht der Kartause von Valldemossa genieβen und es dennoch ruhig und entspannt haben? Im Hotel Mirabó ist das möglich. Dieses idyllische Landhotel liegt am Berg direkt gegenüber von Valldemossa und bietet aus Fenstern, von den Terrassen, vom Frühstückstisch oder vom Pool aus einen phantastischen Blick auf das Sinnbild Valldemossas – aus gebührender Entfernung zum Rummel.
Die Finca wurde vor acht Jahren von ihren ursprünglichen Besitzern in ein Hotel umgebaut, das aber nicht wie ein solches wirkt. Individuelle Einrichtung, Originalelemente der Finca und die entspannte Atmosphäre sorgen für ein ganz besonderes Urlaubserlebnis, das am Morgen mit einem üppigen Buffet voller lokaler Köstlichkeiten startet, die die Gäste im Sommer unter dem Vordach oder auf dem Hof einnehmen. Im Winter speist man rund um die alte Olivenpresse gleich neben der antiken Küche, die zur Bar umgestaltet worden ist, in der die Gäste sich selber bedienen.
Das Hotel Mirabó hat 9 individuell eingerichtete Zimmer mit allen modernen Annehmlichkeiten, zwei Suiten befinden sich in Bungalows in der Nähe der beiden Pools. Vom gröβeren Pool aus blickt man über Oliven- und Obstbäume bis nach Valldemossa, der kleine Pool ist eine ehemalige Zisterne und liegt etwas versteckt und abseits, ein perfektes Plätzchen, um einen ganzen Tag einfach nur in der Hängematte zu liegen und Mallorca auf sich wirken zu lassen. Für weitere Informationen: www.mirabo.com
Hotel Sa Pedrissa
Blick, Blick und nochmals Blick. Das ist der erste Eindruck, wenn man das Gelände des Landhotels Sa Pedrissa betritt, das sich an der kurvenreichen Küstenstraβe zwischen Valldemossa und Deià befindet. Dank seiner Lage bietet dieses Hotel, ein Anwesen aus dem 17. Jahrhundert, spektakuläre Ausblicke auf das Mittelmeer und die malerische Steilküste der Serra de Tramuntana bis hin zum ebenso malerischen Dörfchen Deià.
Auch dieses Anwesen, wie so viele an diesem Küstenabschnitt, gehörte einst dem Erzherzog Ludwig Salvator, ging an dessen Erben und später an die heutigen Besitzer über, die das Landhaus 1997 zu einem Hotel mit acht Zimmern umbauten, in dem die historische Küche und Olivenpresse, gemauerte Ölbehälter, Steinfuβböden und Balkendecken und viele weitere Originalelemente erhalten geblieben sind.
Umgeben ist das Hotel von der Gebirgslage angepasster landwirtschaftlicher Vegetation, allen voran Olivenbäume und ein hauseigener Gemüsegarten, dessen Produkte frisch auf die Tische des Restaurants kommen, das sich im Winter rund um die alte Olivenpresse konzentriert und im Sommer die Terrasse mit dem eingangs erwähnten spektakulären Blick einnimmt. Diesen Blick genieβt man auch aus der Turmsuite, die rundum verglast ist und freie Sicht aufs Meer, die Küste und das Gebirge bietet. www.sapedrissa.com
Es Petit Hotel
Den totalen Gegensatz hierzu bietet das Petit Hotel mitten im Herzen von Valldemossa, ein kleines Dorfhotel in einem historischen Gebäude mit angenehm familiärer Atmosphäre. Auch dieses Hotel bietet acht Zimmer, alle unterschiedlich eingerichtet, die per Aufzug zu erreichen sind – dieser Aufzug war seinerzeit der erste seiner Art in Valldemossa, wie die Besitzer versichern!
Von der Terrasse aus, auf der unter anderem bei schönem Wetter das reichhaltige und abwechslungsreiche mallorquinische Frühstück serviert wird, blickt man ins Tal Richtung Palma und auf die rechts und links aufragenden Berge des Tramuntana-Gebirges. Das winzige Gärtchen ein Stockwerk tiefer bietet im heiβen Sommer angenehme Schattenplätzchen.
Das Hotel ist der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen im Herbst und Winter – bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass das Hotel lediglich in der zweiten Novemberhälfte geschlossen und ansonsten ganzjährig geöffnet ist. Im Winter bieten die Besitzer auf Anfrage sogar warmes Abendessen im Hotel an, und das mallorquinische Frühstücksbuffet mit lokalen Produkten wie Käse, Obst, Oliven, Bauernbrot, Olivenöl, Kuchen und den „Cocas de Patata“, einem luftigen Gebäck, für das Valldemossa bekannt ist, sorgt für die Kräfte, die man zum Wandern im Gebirge benötigt. Für weitere Informationen: www.espetithotel-valldemossa.com
Für weitere Informationen über Valldemossa und Umgebung: www.ajvalldemossa.net; www.valldemossa.com
Para más informacion, por favor contacte con:
Fomento del Turismo, Tel:(+34) 971 725 396 Fax: (+34) 971 713 540
E-Mail: info@fomentmallorca.org
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