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Palma de Mallorca, 02.08.03

Cup-Gewinner Jochen Schuemann: Viele gute Gründe für Palma

Die Vorentscheidung ist getroffen. Neben Palma de Mallorca sind noch Lissabon, Marseille, Neapel und Valencia im Rennen um den nächsten Americas Cup im Sommer 2007. Die Copa del Rey auf Mallorca steht ganz im Zeichen des Americas Cup. Die bedeutendste Regatte Europas weist mit König Juan Carlos, Prinz Felipe, Prinzessin Cristina und Norwegens König Harald auf der einen Seite die Creme de la Creme der adeligen Segelsportler auf, zeichnet sich in diesem Jahr ab er auch durch eine nie zuvor erreichte Anzahl international erfolgreicher Segler aus.

Nach Ansicht der Schweizer Sportpresse hat Lissabon unter sportlichen Gesichtspunkten sehr gute Karten. Zuverlässige Winde während der ganzen Serie. Das spreche für die Austragung auf dem Atlantik.
In Frankreich stützt Staatspräsident Chirac die Bewerbung von Marseille. Er verlieh Alinghi-Chef Ernesto Bertarelli den Orden der Ehrenlegion. Zudem wirbt ein Team von 75 Prominenten für Südfrankreich - von Charles Aznavour und Johnny Hallyday bis Zinedine Zidane. Und aus Frankreich haben sich bereits jetzt zwei Herausforderer gemeldet. Der Nachteil von Marseille: Die Infrastruktur und der Mangel an Hotelbetten.
Deshalb rechnet sich Palma de Mallorca noch immer gute Chancen aus. Prominente Fürsprecher haben die Mallorquiner mit Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones. Mit der Copa del Rey richtet der Königliche Yachtclub der Mittelmeer-Metropole jährlich eine der bekanntesten und beliebtesten Regatten der Welt aus. Unter Seglern gilt der Embat als grösstes Kapital der mediterranen Hafenstadt, ein zuverlässiger Wind, der durch das Aufeinandertreffen heisser Atmosphären auf die kühlere Meeresbrise entsteht.
Wir haben die Chance genutzt, am Rande der Copa del Rey mit Jochen Schuemann über die Aussichten für den nächsten Americas Cup zu sprechen. Dreimal hat er olympisches Gold geholt, seit Jahren segelt er beständig in der Weltspitze. Im März gewann er als erster Deutscher mit dem Schweizer Alinghi-Team den Americas Cup. Jochen Schuemann ist einer der erfolgreichsten deutschen Segler.

Sie gelten schon jetzt als der beste deutsche Segler aller Zeiten?
Schuemann: Dreimal olympisches Gold, viermal Copa del Rey, zweimal Americas Cup, davon einmal als Sieger.

Nach dem kräftezehrenden Americas Cup segeln Sie schon wieder die Coppa del Rey?
Schuemann: Es gibt wahnsinnig viel Zahlenmaterial, zehr umfangreiche Statistiken. Ich nutze die Chance, die spanischen Gewässer kennenzulernen. Deshab habe ich bei einem spanischen Team angeheuert (Banco Espiritu Santo). In Barcelona bin ich schon gesegelt und vier Jahre habe ich mit dem spanischen Team trainiert.

Was spricht für Mallorca?
Schuemann: Sehr beständige Windverhältnisse, eine schwache Seebrise. Die Häfen, die Werften - Palma hat eine wunderbare Logistik, die Infrastruktur ist hervorragend, das macht die Insellage wett. Palma hat eine sehr gute Hotelkapazität und ist mit dem Flughafen international ausgezeichnet zu erreichen. Und mit dem nur eine halbe Flugstunde entfernten Barcelona liegt ein kulturelles Zentrum direkt vor der Haustür.

Wie sehen Sie die Chancen von Palma?
Schuemann: Das die Haupstadt der Balearen zu den Favoriten zählt sieht man an zweierlei: zuerst hat sie es in den Kreis der letzten fünf Bewerber geschafft. Zudem segeln bei dieser Copa del Rey 40 Americas Cup Segler mit, allein acht von Alinghi, sechs von Oracle. Palma ist ein internationaler Spitzenplatz, man spricht spanisch, englisch, deutsch. Wenn Palma den Zuschlag bekommt, wird ganz Spanien davon profitieren, Barcelona ebenso wie Madrid.

Was wird letztendlich den Ausschlag geben?
Schuemann: Die Marketinglerute werden entscheiden. Ein solches gigantisches Ereignis muss sich auch rechnen, muss eine gute Geschäftsgrundlage haben.

Sie segeln als Deutscher in einem Schweizer Team. Ist die Schweiz mehr Segler-Nation?
Schuemann: Es gibt keine guten Gründe, warum Deutschland nicht dabei ist. Auch wir haben erst im zweiten Anlauf gewonnen. Lehrgeld muss man zahlen. Es liegt einfach am Willen, so etwas anzugreifen. Letztendlich geht es auch um eine Qualitätbestätigung für den Hightech-Standort Deutschland. Ich hoffe, dass Deutschland die Chance wahrnimmt. Die Masse der Spezialisten wächst mit der Herausforderung. Wo msoll sonst der seglerische Nachwuchs herkommen.

Die Teilnahme am Americas Cup gilt als sehr teuer?
Schuemann: Auch bei der Copa del Rey sind deutsche Sponsoren dabei. Mit Siemens mobile oder Mercedes. Aber eben nur die Töchter. Die Sponsoren, die ich kenne, sind alle sehr zufrieden. Nehmen Sie das Engagement von BMW bei Oracle. Das gibt auf jeden Fall einen zusätzlichen Schub.

Wie sehen Sie persönlich die Situation?
Schuemann: Ich habe oft gesagt, bei den Bewerbern sollte auch ein deutscher Standort dabei sein. Bei allem Respekt vor den Spaniern und vor allem den Mallorquinern: aber mit Palma hätten wir einen ein bisschen "deutscheren" Standort. Für Deutschland liegt Palma vor der Haustür, für tausende von Deutschen ist es ein Zweit- oder Feriendomizil, an vielen Orten wird deutsch gesprochen. Von einer Entscheidung für Palma verspreche ich mir einen wahnsinnigen Impuls für die deutschen Segler und für eine deutsche Teilnahme. Fiele die Entscheidung im November/Dezember für Mallorca, ich würde schon in der Woche darauf umziehen.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Fomento del Turismo, Charlotte Miller,
Tel +34 971 725 396, Fax +34 971 713 540
e-mail: info@fomentmallorca.org


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